25.06.2011 - AIDS-Hilfe Lausitz beim 33. CSD Berlin "Fairplay für Vielfalt"

AIDS-Hilfe Lausitz e.V. auf dem 33. Christopher Street Day (CSD) Berlin präsent


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Tausende Menschen zog es am 25. Juni zur Parade des 33. CSD Berlin. Mit dem Motto „Fairplay für Vielfalt“ setzt der Veranstalter „Berliner CSD e.V.“ auf Toleranz im Sport. Auch Homosexuelle und Transgender sollen im Sport gleichberechtigt Spaß haben dürfen. „Coming Out“ im Sport -  diese Schublade klemmt noch immer… Abhilfe schaffen soll der Christopher Street Day mit seinen Forderungen. Homophobie ins Abseits: Sexuelle Vielfalt im Sport akzeptieren und fördern.
IMG 7669 prot Die Forderungen des CSD Berlin möchte auch der AIDS-Hilfe Lausitz e.V. unterstützen. Viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sind aus der Lausitz zum größten queeren Event der Region gefahren und feierten gemeinsam in Berlin. "Wir treffen Menschen aus Cottbus und den umliegenden Dörfern und Gemeinden beim CSD Berlin. Hier erreichen wir hunderte Menschen mit unserem Präventionsauftrag“, so Renate Müller, Vorstandsvorsitzende des AIDS-Hilfe Lausitz e.V. Die Forsterin zieht den kleinen Bollerwagen des Vereins hinter sich her und steckt jubelnden Schaulustigen einen Flyer und ein Kondom der IWWIT-Kampagne zu. „Wir sind in diesem Jahr auch wieder hier und freuen uns auf viele Begegnungen“, sagt die Vereinsvorsitzende und läuft weiter; Schritthalten ist angesagt. Der Verein setzt zwischen großen Trucks auf Kontrastprogramm. Die Präsentationsidee fasziniert und kommt gut an. „Auf unserem Wagen fährt der Storch aus der Lausitz mit und das hat etwas Ländliches, was in der Großstadt immer gut ankommt.“

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Das Präventionsteam der AIDS-Hilfe Lausitz begleitet die ehrenamtliche Repräsentantin und Drag Queen Miss Cherry Moonlight. Die in rot und weiß gekleidete Hoheit gibt sich elegant und publikumsnah. Fotos mit der Cherry sind begehrt und gehören zum Konzept der AIDS-Hilfe. „Die Idee ist denkbar einfach“, so die Repräsentantin. „Man nehme das oft noch schwierige Thema AIDS, packe ein bisschen Stil dazu und schon öffnen sich die Herzen und man kommt ganz leicht ins Gespräch“. Die große Miss lächelt in die Kamera. Auf der roten Schärpe steht: AIDS-Hilfe Lausitz e.V. „Wir hoffen, dass im Nachhinein die Menschen auf die Homepage der AIDS-Hilfe schauen und sich ein Bild von der Präventionsarbeit des Vereins machen. Ich laufe heute Werbung für diese wichtige Aufgabe.“ Miss Cherry Moonlight begleitet seit 2007 die Arbeit der AIDS-Hilfe Lausitz und gehört, wie der Storch, zum Präventionsteam.

Der Weg vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor ist lang. Die Mitglieder des Vereins haben Spaß und das ist wichtig. Rechts und links vom Bollerwagen laufen Ehrenamtliche und Freunde der AIDS-Hilfe mit Spendenbüchsen. Fotograf Fiedel hält beeindruckende Momente fest. „Die Fotos können im Nachgang auf der Vereinshomepage unter www.aids-hilfe-lausitz.de angeschaut und heruntergeladen werden“, sagt die Vereinsvorsitzende. Für viele Menschen bieten wir so einen kleinen Service, der gern in Anspruch genommen wird und immer wieder Freude bereitet.
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Die AIDS-Hilfe Lausitz hat sich bewusst hinter dem Wagen mit der Nummer 11 eingereiht. Das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg fährt und läuft vor der AIDS-Hilfe Lausitz. Ein Ort der Begegnung, denn hier treffen sich viele Freundinnen und Freunde aus Brandenburg und Berlin. Im Rückspiegel, die Lesben und Schwulen der BVG und eine weitere Fußgruppe… CODE e.V. hält kleine Plakate hoch. Die Aktivistinnen und Aktivisten kämpfen für die Menschenrechte und erinnern daran, dass Weltoffenheit noch nicht überall gelebt wird. Homo- und Transsexuelle werden in einigen Ländern gefoltert, hingerichtet und ermordet. In etlichen Staaten wird der Versuch, einen CSD zu veranstalten, sofort durch die Staatsmacht unterbunden.

„Schauen wir in die Lausitz, z.B. nach Cottbus“, so die Vereinsvorsitzende „ist Weltoffenheit ebenfalls ein heißes Eisen.“ Auch in Cottbus lebt es sich als „nicht-heterosexueller“ Mensch nicht einfach. „Die „Szene“, wenn es die überhaupt noch gibt, flüchtet mehr und mehr in die Großstädte. Die Menschen gehen kaum mehr auf die Straße; es gibt nur wenig queere Gruppen und Orte, an denen man sich treffen kann“, sagt Renate Müller. Mit dem 3. CSD Cottbus will auch der AIDS-Hilfe Lausitz in diesem Jahr, dem Trend entgegen wirken und die Regenbogenflagge am Rathaus hissen. Am 17. September veranstaltet der AIDS-Hilfe Lausitz e.V. einen CSD in Cottbus.

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Am Brandenburger Tor angekommen, erwartet die Ehrenamtlichen ein sagenhaftes Schauspiel. Tausende Menschen waren gekommen um miteinander zu feiern. Die Menschenmassen reißen nicht ab. Bis in die Nachtstunden hinein rocken Bühnen, Infostände und Mitmach-Aktionen. Für den AIDS-Hilfe Lausitz e.V. heißt es nach einem anstrengenden Tag von den Freundinnen und Freunden Abschied zu nehmen und die Heimreise anzutreten. „Die Aktion war für den AIDS-Hilfe Lausitz e.V. ein voller Erfolg“. Die Vorstandsvorsitzende dankt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und gemeinsam freuen sich die Ehrenamtlichen auf den nächsten gemeinsamen CSD in Berlin.


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Text: Christian Müller  -  Fotos: Stefan Fiedler (weitere Fotos findet Ihr auf www.fiedel78.de)